16. Sitzung, 28.04.2026, 9-11 Uhr
Protokoll des NFDI4Objects Community Clusters “Denkmal-, Maßnahmen-, Schutzflächen / Protected Heritage Sites”
vom 16. Sitzung, 28.04.2026, 9-11 Uhr
Chair: Christian Bollacher (LAD)
Teilnehmende: 10
Agenda
Termine und Ankündigungen
Fragen und Anregungen
Bericht der Schreibgruppe
Vorstellung ISO 8601-2
Datenmodell für Maßnahmenobjekte
Datenmodell für Schutzobjekte
Abstimmungsprozess Datenmodelle
1. Termine und Ankündigungen
Die monatlichen Treffen pausieren. Die Einladung zur nächsten Sitzung erfolgt, sobald die Schreibgruppe die Ausformulierung des Datenmodells für Kulturerbeobjekte abgeschlossen hat und dieses vorgestellt werden kann.
2. Fragen und Anregungen
Es wurden keine Fragen oder Anregungen eingebracht.
3. Bericht der Schreibgruppe
Seit der letzten CC-Sitzung fanden zwei Treffen der Schreibgruppe am 23.03.2026 und 27.04.2026 statt.
Ein Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit Objekten ohne Geometrien (z. B. Wüstungen). Als mögliche Lösung wurde die Verwendung fiktiver Geodaten diskutiert. Die Vor- und Nachteile werden erläutert; die Entscheidung wie damit umgegangen wird, soll den Datengebenden überlassen bleiben.
Zudem wurde ein erster Textentwurf für die Einleitung des Bluepapers erstellt. Weitere Textbausteine sind in Arbeit. Festzuhalten ist, dass viele der derzeit für die Felder des Datenmodells für Kulturerbeobjekte entstehenden Ausformulierungen, auf die anderen Datenmodelle übertragen werden können. Die Ausformulierung der folgenden Datenmodelle wird also voraussichtlich schneller gehen.
4. Vorstellung ISO 8601-2
Der erweiterte Standard ISO 8601-2 ermöglicht im Gegensatz zum einfachen ISO 8601 Standard eine flexiblere Abbildung von Datierungen. U.a. ist die Darstellung von Jahreszahlen, offene Intervalle und Jahreszeiten sowie unsichere Angaben (z. B. durch „?“) möglich.
Beispiele für den Eintrag eines Datums:
9. März 2026 = 2026-03-09 [Jahr][-][Monat][-][Tag]
März 2026 = 2026-03 [Jahr][-][Monat]
2026 = 2026 [Jahr]
Beispiele für den Eintrag von Jahreszahlen:
500 nach Christus = Y500
80.000 vor Christus = Y-80000
28. April in den 2020er Jahren = 202X-04-28-
Damit eine Zahl eindeutig ein Jahr angibt, wird [Y] davor gestellt. Das erlaubt es, Jahreszahlen mit mehr oder weniger als 4 Stellen anzugeben. Mit einem Minus vor der Zahl werden Jahreszahlen vor Christus gekennzeichnet. Mit [X] können einzelne Ziffern als unbekannt angegeben werden.
Beispiele für den Eintrag von Intervallen:
8. bis 09.03.2026 = 2026-03-08/2026-03-09 [Datum1][/]Datum2]
März bis April 2026 = 2026-03/2026-04 [Datum1][/]Datum2]
Irgendwann in 2024 bis 09.03.2026 = 2024/2026-03-09 [Datum1][/]Datum2]
Beispiele für den Eintrag von unsicheren Angaben:
Jahr unsicher. Möglicherweise 2026 = 2026?
Ungefähr im März 2026 = 2026-03~
Das Zeichen [?] („not to be relied upon“) oder [~] („asserted to be possibly correct“) kann angehängt werden, um Unsicherheiten zu modellieren.
Mit einer regular expression wie z.B. (?<=[Y])-?[\dX]+|-?[\dX]+(?=[Y])|\b[\dX]{4}\b) lässt sich beim Eingang der Daten alles herausfiltern, was ich an Werten haben möchte.
Der Standard ermöglicht eine Vereinheitlichung und Vergleichbarkeit von Datumsangaben. Die Darstellung für Datengebende ist zwar ungewohnt, die standardisierte Ausgabe ist aber technisch einfach umsetzbar und muss überdies auch nur in der Schnittstelle für den Austausch programmiert werden.
Zur Qualität der Datierung können in dem dafür vorgesehenen Freitextfeld Anmerkungen gemacht werden.
5. Datenmodell für Maßnahmenobjekte
Es wurde vorgeschlagen, ein optionales Feld „Befundfrei bis“ einzuführen. Dieses soll die Tiefe (in NHN) angeben, bis zu der eine Befundfreiheit sicher festgestellt wurde.
Der Bedarf für eine solche Angabe wurde insbesondere im Kontext stadtplanerischer Vorhaben betont. Die Information kann eine erste Orientierung bieten, ersetzt jedoch keine Genehmigungsverfahren.
Insgesamt wurde die Einführung des Feldes als sinnvoll erachtet.
Nur für großflächige Maßnahmen (z. B. Kellerkataster) mit variierenden Tiefenangaben erscheint diese Form der Angabe nicht geeignet. Einzelmodellierungen oder die Angabe eines Maximalwertes sind im Fall von Kellerkatastern keine Lösung. Die konkrete Umsetzung soll daher den Datengebenden überlassen bleiben.
Die Diskussion zum Datenmodell für Maßnahmenobjkete ist hiermit abgeschlossen. Das Modell wird der Schreibgruppe zur Ausformulierung übergeben.
6. Datenmodell für Schutzobjekte
Feld „Flächenart“
Eine Zusammenlegung mit der gesetzlichen Grundlage wurde diskutiert, jedoch verworfen. Beide Felder bleiben getrennt bestehen.
Feld „Rechtsfolgen"
Ziel ist eine verständliche Zusammenfassung der rechtlichen Konsequenzen für ausgewiesene Flächen. Hintergrund ist der Bedarf externer Akteure (z. B. Planungsinstitutionen), schnell erfassbare Informationen zu erhalten, ohne die jeweiligen Landesgesetze im Detail erfassen zu müssen.
Das Feld wird als optional definiert. Falls es nicht ausgefüllt ist, soll ein automatischer Hinweis ergänzt werden, dass dennoch rechtliche Vorgaben bestehen können.
Vereinbart wurde anstelle einer 1:1-Abbildung von Gesetzestexten kurze, standardisierte Stichworte (z. B. „Genehmigungsvorbehalt“) zu verwenden. Dafür ist es notwendig einen
gemeinsamen Thesaurus zu entwickeln. Außerdem müssen verschiedene Adressatengruppen berücksichtigt werden (z. B. Planer und Eigentümer).
Die Schreibgruppe erarbeitet einen Vorschlag und stimmt diesen mit den einzelnen Bundesländern ab.
Feld „Aktenzeichen“
Dieses Feld dient als Verweis auf konkrete Verwaltungsakte. Eine präzisere Definition und Erläuterung wird durch die Schreibgruppe erarbeitet und mit den Rechtsabteilungen der einzelnen Länder abgestimmt.
Ergänzungen um weitere Felder = keine
Auf der Grundlage einer Umfrage über die VLA-Kommission Archäologie und Informationssysteme wurden die Ergänzung des Modells durch mehrere Felder vorgeschlagen:
Feld “Begründung”: Ein solches Feld erscheint den Anwesenden nicht erforderlich.
Feld “Denkmalstatus”: Der Status wird über die Verknüpfung mit Kulturerbeobjekten abgebildet und ist daher nicht notwendig.
Feld “Umfang Schutzgebiet”: Dies ergibt sich aus den Rechtsfolgen.
Feld “Denkmalkategorie”: Das wird über das Feld “Flächenart” abgefragt.
Felder “Fachbehörde” und “zu kontaktierende Stelle” = “verantwortliche Fachbehörde”
Diese Felder werden zu einem Feld „Verantwortliche Fachbehörde“ zusammengeführt. Der Vorschlag die untere Denkmalschutzbehörde als Kontakt-Fachbehörde mit aufzunehmen wird zunächst als sinnvoll erachtet, da diese häufig auch die ersten Ansprechpartner sind. Allerdings gibt es in den einzelnen Bundesländern und je nach Anfrage unterschiedliche Zuständigkeiten und Verfahren. Der Standard muss nicht die Verwaltungsstruktur der einzelnen Bundesländer abbilden und soll auch keine Handlungsanweisung liefern. Es erscheint daher sinnvoll, hier ausschließlich die Fachbehörde anzugeben, die für den entsprechenden Datensatz verantwortlich ist.
Die Diskussion zum Datenmodell für Schutzobjekte ist hiermit abgeschlossen. Das Modell wird der Schreibgruppe zur Ausformulierung übergeben.
7. Abstimmungsprozess Datenmodelle
Nach der Ausformulierung eines Datenmodells durch die Schreibgruppe sind folgende Schritte bis zur Veröffentlichung vorgesehen:
Vorstellung und Diskussion in einer gesonderten CC-Sitzung
Versand an alle CC-Mitglieder mit Bitte um Stellungnahme
Veröffentlichung im Rahmen der offiziellen NFDI4Objects Kommentierungsphase
Prüfung und Einarbeitung der Rückmeldungen durch die Schreibgruppe
Finale Veröffentlichung des Standards
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