3. Sitzung, 12.05.2025, 10:00-12:00 Uhr

Protokoll des NFDI4Objects Community Clusters “Denkmal-, Maßnahmen-, Schutzflächen / Protected Heritage Sites”

vom 12.03.2026, 10:00-12:00 Uhr

Chairs: Ulrich Himmelmann (GDKE), Christian Bollacher (LAD)

Teilnehmende: 40

Agenda

  1. Begrüßung und Agenda

  2. Termine und Ankündigungen

  3. Diskussion um den Begriff „Kulturerbeobjekt“

  4. Feedback, offene Fragen

  5. Arbeitsphase

  • Vorgesehene Arbeitsweise

  • Vorschläge von Datenmodellen

  1. Ausblick

1. Begrüßung und Agenda

Die Chairs begrüßen die Anwesenden, eröffenen die Sitzung und stellen das Programm vor.

2. Termine und Ankündigungen

Verwiesen wird noch einmal auf den Mailverteiler und den Zugang zu allen im Rahmen des CCs erstellten Dokumente via OSF.

Das nächste Treffen des CCs findet statt am 27.05. von 9-11 Uhr online via Zoom.

Am 3. Juni findet das Kolloquium im Rahmen der VLA Jahrestagung statt.

Die Umfrage zu Fundstellen- und Denkmaldaten-Standards in Deutschland ist abgeschlossen. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet und u.a. im Rahmen der VLA-Tagung in Trier präsentiert. Anmerkungen zu den Datenmodellen wurden bereits in die Modelle eingepflegt und werden an gegebener Stelle mit in die Diskussion aufgenommen.

3. Diskussion um den Begriff „Kulturerbeobjekt“

Ulrich Himmelmann verweist auf die ursprüngliche Bezeichung dieser Fläche im Antrag als Denkmalfläche. Insgesamt wurde zwischen vier Flächentypen unterschieden und diese Unterscheidung sowie das damit verbundene Arbeitsprogramm wurde auch so von der DFG für gut und förderungswert befunden. Der Begriff muss daher unbedingt in Abgrenzung zu den anderen Flächentypen (Maßnahmen, Schutzflächen und Citizen Science) gesehen werden und funktionieren.

Nun gab es aber von etlichen Seiten Einwände und Bedenken gegenüber diesem Begriff, sodass in der vergangenen CC-Sitzung ein erstes Brainstorming unternommen wurde, um eine alternative Bezeichnung zu finden. Favorisiert wurde mit großer Mehrheit der Anwesenden der alternative Begriff Kulturerbeobjekt. Das Feedback zu diesem Begriff deutet allerdings darauf hin, dass auch dieser nicht ganz glücklich ist. Daher soll hier noch einmal die Möglichkeit gegeben werden, weiter über den Begriff zu diskutieren und ggf. Alternativen anzubringen.

Definition

Ein Kulturerbeobjekt beschreibt einen geografisch verortbaren Punkt oder Bereich, an dem mindestens ein denkmalpflegerisches, archäologisches oder paläontologisches Ergebnis nachgewiesen vorliegt oder vorgelegen hat, beziehungsweise vermutet wird. Gemeint ist ein Datenobjekt.

Diskussion

Kulturerbeobjekte können dieser Definition nach auch ohne Maßnahme existieren. Der alternative Vorschlag, von Ergebnisobjekt statt Kulturerbeobjekt zu sprechen, ist daher irreführend, wenn keine Maßnahme vorliegt.

Als Alternative wird Fundstelle vorgeschlagen oder ein anderer offenerer und weniger wertender Begriff, denn der Begriff Kulturerbeobjekt impliziere schon, dass da etwas ist, obwohl sich das Objekt im Nachgang auch als “nichts” herausstellen könnte.

Der Begriff Kulturerbeobjekt wird auch deshalb als irreführend bezeichnet, weil er auch Leerflächen/Negativflächen mit umfassen soll. Die Berücksichtigung von Negativflächen ist unabdingbar und insbesondere aus bodendenkmalpflegerischer Sicht höchst relevant. Ein entsprechendes Feld ist daher im Modell bereits vorgesehen. Ob das Feld im Datenmodell des Kulturerbeobjekts oder vielleicht besser im Modell zu den Maßnahmen gehört, soll noch zur Diskussion stehen. Im Rheinland z.B. ist die Negativmeldung an Maßnahmen geknüpft.

Die Anwesenden einigen sich darauf, dass es noch eine weitere Abstimmung zur Benennung der ehemaligen Denkmalfläche bzw. des Kulturerbeobjekts geben soll und zwar auf der Grundlage einer Sammlung von Vorschlägen, die bis zur nächsten Sitzung gesammelt werden. Die Abstimmung soll anschließend via E-Mail-Verteiler erfolgen, um eine großtmögliche Beteiligung aus dem CC zu erzielen und möglichst viele Meinungen zu berücksichtigen.

4. Feedback, offene Fragen

Es werden keine Fragen gestellt und kein Feedback gegeben.

5. Arbeitsphase

Prozedere zur Arbeitsweise

Ulrich Himmelmann erläutert die Arbeitsweise im CC im Hinblick auf zu treffende Entscheidungen: Er stellt heraus, dass im CC nichts vorschnell entschieden, sondern stets so viel Feedback wie möglich eingeholt werden soll und es darum geht, die Dinge gemeinsam zu erarbeiten. Natürlich gibt es ein zu erfüllendes Arbeitsprogramm in NFDI4Objekts und auch gewisse Zeitpläne, an die wir uns halten müssen. Aber es soll hier keineswegs der Eindruck entstehen, dass eine kleine Gruppe alles für alle entscheidet, sondern in kleinerer Runde wird ein Vorschlag erarbeitet, den hoffentlich alle annehmen, weil er sinnvoll ist.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man sich in die Arbeit des CCs einbringen und Einfluss nehmen kann. Die Online-Sitzungen sind nur eine davon. Da diese Termine nicht immer von allen Interessierten wahrgenommen werden können, gibt es außerdem die Möglichkeit, sich mit den jeweiligen Anliegen direkt an das Moderatorenteam zu wenden. Alles, was im CC besprochen wird, wird protokolliert und ist via OSF verfügbar. Auch alle Dokumente, an denen gearbeitet wird, liegen hier immer in der aktuellen Fassung bereit zur Kommentierung.

Neben dem Cluster wird es außerdem eine kleinere Arbeitsgruppe (TWG) geben, die damit beauftragt wird, die Ergebnisse des CCs niederzuschreiben. An dieser Arbeitsgruppe kann sich, wenn es soweit ist, ebenfalls jede/r beteiligen. Auch die Arbeiten der TWG sind immer öffentlich einsehbar und zu jeder Zeit kommentierbar.

Um die weitere Arbeit des Community Clusters etwas strukturierter zu gestalten wird die folgende Arbeitsweise von Andreas Puhl vorgestellt:

  • Die Datenmodelle werden einzeln und abschnittsweise durchgegangen: Einzelne vorgeschlagene Felder werden diskutiert, Ergänzungen eingeplfgt und schließlich wird darüber beraten, welche Felder eines Abschnitts als Pflichtfelder definiert werden sollen.

  • Sind alle Abschnitte eines Modells durchdiskutiert, wird im Anschluss jeweils das gesamte Modell per E-Mail- Verteiler an das Community Cluster verschickt und abgestimmt. So soll eine großtmögliche Beteiligung erzielt werden.

  • Wenn alle Modelle definiert und abgestimmt sind, werden die Zugriffsberechtigungen besprochen und den Datenfeldern zugewiesen.

  • Wenn im Ganzen eine Einigung in der Community gefunden wurde, bildet sich in der TWG „Community-Standards für kontrollierte Vokabulare und Austauschformate im Bereich der Erhaltung und Pflege des kulturellen Erbes“ eine Schreibgruppe und formuliert ein technisches Handbuch und eine Erklärung zur Anwendung des Standards. In der Schreibgruppe sind alle Interessierten eingeladen sich zu beteiligen.

  • Die in der Schreibgruppe entworfenen Papiere werden im Community Cluster vorgestellt und diskutiert und zur finalen Kommentierung über die E-Mail-Verteilerliste des CCs verschickt.

  • Nach erfolgreicher Abstimmung werden die Papiere veröffentlicht

Nachfragen und Anmerkungen zum Prozedere

Es sind neben der erwähnten TWG keine weitere Arbeitsgruppen geplant, um Themen zu diskutieren. Die inhaltliche Diskussion soll im Community Cluster erfolgen, um möglichst viel Feedback von der gesamten Community einzuholen und in die Modelle zu integrieren. Falls sich jedoch herausstellen sollte, dass Kleingruppen für bestimmte Themenpunkte notwendig werden, können auch noch weitere TWGs gegründet werden.

Falls im CC kein vollumfänglicher Konsens gefunden werden kann, müssen bei der Abstimmung Mehrheiten gefunden werden.

Modell Kulturerbeobjekt

1. Abschnitt: Identifikatoren

Diskussion um den Feldtyp der IDs

  • Freitext für die interne ID, um institutionseigene Variationen in der Schreibweise von IDs und ggf. auch das Zusammenfassen von mehreren IDs für ein Objekt zu ermöglichen (z.B. in kommagetrennter Schreibweise)

  • Umbenennung der NFDI-Denkmal-ID in globale ID

    Begründung: diese globale ID soll universal - auch außerhalb der NFDI - für das Objekt eingesetzt werden können

  • Einbindung von weiteren Datenverknüpfungen (z.B. Wikidata URLs) als Mehrfachlink, sodass mehrere Verlinkungen möglich sind

  • Die Verwendung der IDs und Mehrfachlinks sollen auch eine Mehrsprachigkeit ermöglichen

Diskussion um Pflichtfelder

  • IDs sind Pflichtfelder, um die Datensätze identifizieren zu können

  • Die Denkmalbezeichnung kann nicht von allen Institutionen bedient werden und ist deshalb kein Pflichtfeld. Eine Angabe der Bezeichnung, wenn vorhanden, ist aber wünschenswert

2. Abschnitt: Beschreibung

Diskussion um die Felder Datierung und Typ: Beide sind als Pflichtfelder vorgesehen. Für die genaue Ausarbeitung des Feldes Datierung ist vielleicht eine eigene Sitzung notwendig, da es hier viel Klärungsbedarf gibt. Der Fundstellentyp sollte idealerweise aus einem gemappten Thesaurus ausgefüllt werden.

Diskussion, wie mit Orten/Fundstellen umgegangen wird, an denen mehrere Objekte verschiedenen Typs und verschiedener Zeitstellung liegen/gefunden wurden

  • Idealerweise sollten alle Objekte unterschiedlichen Typs und unterschiedlicher Zeitstellung separat angegeben werden. Hier herrscht große Einigkeit.

  • Ausnahme: Bei Fundstellen mit einer längeren Kontinuität müssen verschiedene Zeiten angegeben werden können.

  • Überlegung: Mehrfachauswahl, hierarchisch organisierte Vokabulare?

  • bei mehreren Objekten an einer Lokalität könnte ein übergreifendes Objekt angelegt werden, das zur Sammlung der Unterobjekte dient.

Diskussion um die Präzisierung des Felds Datierung: Von/bis Angabe, hierarchische Gliederung, Genauigkeit?

  • Ein (im Idealfall gemappter) Thesaurus ist hier möglicherweise zu grob und klammert spezifischere Ansprachen aus. Nach Überbegriffen ist aber leichter zu suchen.

  • Vorschlag: Aufteilung der Datierung in ein Feld für die grobe Datierung, die eine Suche ermöglicht, und ein Freitextfeld, das weiterführende Informationen, institutionseigene Datierungen o.ä. erlaubt

    • V.a. unter dem Forschungsaspekt sinnvoll, da für die Forschung alle Informationen interessant sind und mitunter durch die Forschung neue Datierungsansprachen entstehen. Ein solches System könnte entweder durch weitere Felder oder durch eine Strukturierung umgesetzt werden, Strukturierungen sind aber nicht leicht in GIS abzubilden.

    • Sinnvoll ist, eine klassische relationale Darstellung als WFS (z.B. GeoJSON) vorzusehen, für eine Einbindung von Linked Data gibt es Plugins (z.B. für QGIS) bzw. wird bereits an anderer Stelle an Lösungen gearbeitet.

    • Vorschlag eines Felds “Datierung aus Gebersystem” für Feindatierung bzw. nähere Angaben.

Diskussion um Mappings der Vokabulare

  • Ein deutschlandweites Vokabular für eine einheitliche oder vergleichbare Ansprache der Fundstellentypen und Datierungen wäre über ein Mapping möglich, wenn die Vokabulare veröffentlicht sind (z.B. auf DANTE).

  • Thesauri, im Idealfall gemappte Vokabulare, sind Freitextfeldern immer zu bevorzugen, das Mappen ist allerdings aufwändig.

  • Das Mappen von Vokabularen ist fest im Arbeitsprogramm von NFDI4Objects vorgesehen. Hierfür sollen Dienste und Anleitungen zur Nutzung verfügbar gemacht werden.

  • Eine Beschränkung des Austauschformats auf Datensätze mit gemappten Thesauri wird abgelehnt, um niemanden auszuschließen. Die Verwendung gemappter Vokabulare ist zwar zu bevorzugen, darf aber nicht zwingende Voraussetzung sein.

Diskussion um das Feld Forschungsstand: Was ist gemeint, wird es benötigt?

  • Diskussion verschoben, da niemand weiß, wofür das Feld stehen soll.

  • Falls ein Verweis auf bereits an der Fundstelle erfolgte Maßnahmen gemeint war, so ist das bereits in umgekehrter Richtung für das Modell zu Maßnahmenflächen vorgesehen (also ein Verweis der Maßnahmen auf das Objekt, an dem sie stattgefunden haben)

Diskussion um das Feld Herkunft/Fundstelle. Gemeint ist die Herkunft der Information, dass an dieser Stelle ein Kulturobjekt vorliegt (z.B. Luftbild, Grabung, Altdokumentation etc.)

  • Der Bezug in umgekehrte Richtung, von der Maßnahme auf das Kulturerbeobjekt, ist bereits für das Modell zu Maßnahmenflächen angedacht. Eine Einbindung beim Kulturerbeobjekt bildet eine Dopplung, die aufgrund der Größe der Informationen möglicherweise viel Platz einnimmt. Zudem ist der genaue Feldinhalt fraglich, da hier die erste Entdeckung, die Identifikation der Fundstelle, die neue Funktionszuweisung etc. stehen könnte.

  • Ein solches Feld wäre zwar praktisch für die Arbeit der Denkmalpflege, kann aber vermutlich von vielen Ämtern nicht bedient werden.

Alternativer Vorschlag: Ein Feld vermutet/nachgewiesen für die Angabe, wie sicher ein Objekt ist.

  • Das Ausfüllen des Feldes ist schwierig und könnte zu abstrakt werden, da die Sicherheit je nach Bearbeiter:in unterschiedlich eingeschätzt werden kann. Zumindest für die Datierungsgrundlage und -sicherheit sind bereits eigene Felder vorgesehen.

6. Ausblick

Die nächste Sitzung des CC findet am 27. Mai von 09:00-11:00 Uhr statt.

Die Diskussion um das Feld Datierung wird in einer der folgenden Sitzungen als Schwerpunktthema behandelt, um über mögliche Schwierigkeiten und Problemfälle zu diskutieren.

Das vorgestellte Arbeitsprozedere wird für die nächsten Sitzungen übernommen.

Die Diskussion um den Begriff der Denkmalfläche bzw. des Kulturerbeobjekts bleibt offen. Eine Definition wurde festgelegt (s.o.). Bis zur nächsten Sitzung werden mögliche Alternativen gesammelt und zur Diskussion gestellt. Im Anschluss wird das gesamte CC per E-Mail über den neuen Namen abstimmen.

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3. Sitzung, 12.05.2025, 10:00-12:00 Uhr

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