11. Sitzung, 11.11.2025, 11:00-13:00 Uhr
Protokoll des NFDI4Objects Community Clusters “Denkmal-, Maßnahmen-, Schutzflächen / Protected Heritage Sites”
vom 11.11.2025, 11:00-13:00 Uhr
Chairs: Ulrich Himmelmann (GDKE), Christian Bollacher (LAD)
Teilnehmende: 21
Agenda
Begrüßung und Tagesordnung
Termine und Ankündigungen
Ausblick und weiteres Prozedere
Datenmodell für Kulturerbeobjekte
Datenmodell für Citizen-Science-Objekte
Abschluss & Ausblick
1. Begrüßung und Tagesordnung
Die Chairs begrüßen die Anwesenden, eröffnen die Sitzung und stellen die Tagesordnung vor.
2. Termine und Ankündigungen
Das nächste Treffen des CCs findet am Mittwoch, 10.12.2025, von 10-12 Uhr statt.
3. Ausblick und weiteres Prozedere
Da wir mit dem ersten Entwurf unseres Datenmodells für Kulturerbeobjekte weitestgehend fertig sind, können wir die nächsten Schritte unseres Arbeitsprozederes starten:
Das Datenmodell wurde einzeln und abschnittsweise in der großen Runde des CCs diskutiert
Jetzt wird das Modell an alle Mitglieder des CCs per E-Mail verschickt, mit der Bitte um Kommentierung und Ergänzung
Anschließend bzw. parallel wird eine Schreibgruppe formiert, die das Modell in Form eines technischen Handbuchs als Erklärung zur Anwendung ausformuliert
Der von der Schreibgruppe formulierte Entwurf des Handbuchs wird im CC vorgestellt, diskutiert und per E-Mail wieder an alle Mitglieder geschickt mit der Bitte um Kommentierung
Anschließend wird das Handbuch als Whitepaper im Rahmen des NFDI4Objects Commons-Prozess als vorläufige Version veröffentlicht und kann von allen Interessierten (auch Personen, die bislang noch nichts mit dem CC zu tun hatten) kommentiert werden
Nach der Einarbeitung der Anmerkungen wird das Handbuch als N4O-Standard veröffentlicht.
Im Anschluss an diese Sitzung wird das Datenmodell also an alle Mitglieder des CCs per E-Mail verschickt. Parallel möchten wir bereits mit der Formierung der Schreibgruppe beginnen.
Die Schreibgruppe erarbeitet ein ausführliches Datenmodell. Das so entstehende Handbuch enthält genauere Informationen zu den einzelnen Datenfeldern wie z.B. eindeutige Definitionen, alternative Bezeichnungen, Verwendungshinweise, den Verpflichtungsgrad, den Feldwert bzw. Datentyp, die Wiederholbarkeit usw. Außerdem werden den Feldern Zugriffsberechtigungen zugewiesen.
Die Mitglieder der Gruppe sind aktiv am Schreibprozess beteiligt und treffen sich regelmäßig ca. alle 2-3 Wochen digital, um den Fortschritt zu besprechen. Auch asynchrones Arbeiten ist denkbar. Jede:r, die/der Interesse an der aktiven Mitarbeit hat, ist herzlich eingeladen.
Die Schreibgruppe ist formell in der Temporary Working Group (TWG) “Community-Standards für kontrollierte Vokabulare und Austauschformate im Bereich der Erhaltung und Pflege des kulturellen Erbes” von NFDI4Objects angesiedelt. Diese TWG besteht schon, hat aber bislang an einem Referenzvokabular für (Meta)daten im Bereich der Konservierung/Restaurierung gearbeitet. Für unsere Datenmodelle gründen wir eine kleinere Arbeitsgruppe innerhalb dieser TWG mit unseren eigenen Mitgliedern. Vorteil ist, dass wir uns hier bereits an dem Vorgehen der Restaurierungsgruppe orientieren können, um unser Datenmodell umzusetzen: Die Restaurierungsgruppe hat zur Erstellung ihres Referenzvokabulars die technischen Details ihres Datenmodells (z.B. Definition, Verpflichtungsgrad, Wiederholbarkeit, ggf. Mappings etc.) in einer Arbeitstabelle ausformuliert und diese dann als referenzierbares Vokabular in der formalen Sprache SKOS angelegt. Das fertige Vokabular ist auf der OpenSource-Plattform SkoHub veröffentlicht (https://conservationdata.github.io/terms/metadata.html). Diese Vorgehensweise können wir für unsere Datenmodelle übernehmen bzw. austesten, ob sie sich für uns als ebenso praktikabel erweist.
Ein erstes Treffen der Schreibgruppe soll Anfang Dezember stattfinden. Eine Terminumfrage wird an die Mitglieder des CCs per E-Mail verschickt. Außerdem gibt es einen eigenen Mailverteiler für die Schreibgruppe: https://www.listserv.dfn.de/sympa/info/n4o_twg_standards_protected_heritage_sites.
Wichtiger Hinweis: Die Zusammensetzung der Schreibgruppe ist (wie auch im CC) nicht fest, Eintritte und Austritte sind jederzeit möglich.
Anmerkungen/Nachfragen
Wird mit dem Modell bereits in Richtung einer RDF-Ausgabe der Daten gedacht?
Das wäre grundsätzlich denkbar, allerdings ist das ein Projekt für die Zukunft (z. B. für die nächste Förderungsphase von NFDI4Objects). Unser Fokus liegt zunächst auf dem standardisierten Angebot tagesaktueller Daten als WMS und WFS.
4. Datenmodell für Kulturerbeobjekte
In der vergangenen Sitzung haben wir uns für die Datierung auf vier Felder geeinigt: Eine absolute Datierung als von-bis Angabe, eine relative Epochenangabe und ein Freitextfeld für weitere Datierungsangaben. Eine Datierungsangabe als relative oder absolute Angabe ist als Pflichtfeld vorgesehen, beides muss nicht zwingend gegeben sein. Die Datierungsansprachen der verschiedenen Institutionen sollen über einen gemappten Thesaurus, der auf der Epocheneinteilung des VLA-Zeitstrahls fundiert, in Relation gesetzt werden. Die gemappten Datierungen ergeben dann insgesamt einen Thesaurus, der alle Datierungsansprachen abbilden können sollte. Durch die automatisch abgeleiteten Epochenbegriffe oder absoluten Zahlen reicht es, wenn nur eine Datierungsangabe (absolut oder relativ) im datenhaltenden System gegeben ist.
Das Mapping des VLA-Thesaurus über den Dienst DANTE der VZG ist im Arbeitsprogramm der TA4 von NFDI4Objects für das kommende Jahr vorgesehen. Die Ergebnisse werden im CC vorgestellt.
Es gibt keine weiteren Anmerkungen zum Datenmodell für Kulturerbeobjekte. Damit kann das Modell offiziell per E-Mail zur Kommentierung an alle Mitglieder verschickt und anschließend in der Schreibgruppe ausformuliert werden.
5. Datenmodell für Citizen-Science-Objekte
Das Datenmodell für Citizen-Science-Objekte soll für Datenmeldungen aus dem Bereich der Citizen-Science, also z. B. von Ehrenamtlichen, Sondengänger:innen dienen. Viele Felder sind vor dem Hintergrund der geplanten Fund-Logbuch-App für die Meldung von Sondlerfunden entstanden, das Datenmodell soll aber auch weitere Anwendungsfälle abdecken (ausführlicher zum Hintergrund s. Protokoll der 7. Sitzung vom 28.07.2025).
Das Modell hat den Vorteil, dass die Daten in einem standardisierten Format vorliegen und leichter in die Fachinformationssysteme der Ämter übernommen werden können. App-Entwickler und Entwickler von Online-Anwendungen (auch bei den LDAs, z. B. im Bereich des OZG) können diesen Standard als Grundlage nutzen. Vor der Überfühung der Daten in die eigenen Fachinformationssysteme sind diese selbstverständlich von den jeweiligen Fachbehörden zu prüfen.
In erster Linie gibt es viele Anwendungsmöglichkeiten für die Archäologie (z.B. Sondengängerfunde), allerdings könnten auch Anwendungen für das Denkmalmonitoring o.ä. auf der Basis des Citizen-Science-Datenmodells entwickelt werden, die auch für die Baudenkmalpflege relevant sind. Aus diesem Grund ist es wichtig, das Modell im Ausblick auf mögliche Anwendungsfälle beider Fachrichtungen zu entwickeln.
5.1 Kategorie: Beschreibung
Feld “Typ”
Die grundlegende Überlegung zu diesem Feld ist es, zwischen Funden zu unterscheiden, bei denen aktiv etwas entnommen wird (der Fund, der später an das zuständige Landesdenkmalamt übergeben wird), und Beobachtungen, bei denen etwas dokumentiert, aber nicht entnommen wird. Der “Fund” ist also eher im Sinne einer “Fundaufsammlung” zu verstehen (da Funde auch beobachtet werden können, ohne dass aktiv etwas entnommen wird). Der Typ “Fund” ist dabei in Anlehnung an das Fund-Logbuch gedacht, der Typ “Beobachtung” soll das Datenmodell auch für weitere Anwendungsfälle öffnen. Es sind grundsätzlich auch weitere Kategorien denkbar.
Das Feld “Typ” kann in zwei Richtungen ausgelegt werden: Zum einen technisch als Angabe, welche weiteren Felder ausgefüllt werden sollen (Fundmaterial, Ansprache, Datierung, Tütenbeschriftung oder Beobachtungsart), zum anderen als Angabe, ob physische Funde abgegeben wurden oder nicht. Die Auslegung kann den Entwicklern möglicher Anwendungen aus dem Bereich der Citizen Science offengelassen werden.
Feld “Vereinfachte Ansprache”
Das Feld ist als niedrigschwellige Ansprache von Funden für Laien gedacht. Die separaten Felder “Fundmaterial” und “Fundansprache” können ggf. nur von Experten ausgefüllt werden, die es aber auch im Bereich der Citizen Science gibt. Deshalb werden die drei Felder getrennt vorgesehen. Somit kann je nach Anwendungsfall entschieden werden, welche Felder vorgegeben werden und ausgefüllt werden sollen. Ggf. können Anwendungsentwickler auch eine automatische Aufteilung der Einträge in das Feld “Vereinfachte Ansprache” auf die Felder “Fundmaterial” und “Fundansprache” programmieren.
Pflichtfelder
Als Pflichtfelder sind die Felder “Typ” und “Datum” vorgesehen. Außerdem soll von den Feldern “Vereinfachte Ansprache”, “Fundmaterial” und “Fundansprache”, “Beobachtungsart” und “Beschreibung” mindestens eines verpflichtend ausgefüllt werden.
5.2 Kategorie: Verortung
Feld “Geometrie”
Die Geometrieangabe ist bislang v.a. als Koordinatenangabe vorgesehen, Linien- und Polygongeometrien sind ebenfalls denkbar. Eine Geometrie- bzw. Koordinatenangabe ist auf jeden Fall verpflichtend. In welcher Form diese erfolgen soll (auch im Hinblick auf z. B. den OGC Simple Feature Standard o. ä.) soll die Schreibgruppe erarbeiten, da diese Thematik alle vier Datenmodelle betrifft.
Feld “EPSG”
Die Angabe des EPSG muss verpflichtend sein, allerdings kann man gerade im Bereich der Citizen Science nicht davon ausgehen, dass Personen wissen, was ein EPSG ist. Das Feld kann aber automatisch von den Anwendungen ausgefüllt werden. Es muss also ein Pflichtfeld sein, mit der Bedingung, dass Anwendungsentwickler die automatische Angabe des EPSG mitprogrammieren.
5.3 Kategorie: Kontakt
Für die Kontaktangabe wurden bislang die Felder “Vorname”, “Nachname”, “E-Mail-Adresse”, “Telefonnummer” und “Adresse” im Hinblick auf die verpflichtenden Angaben bei einem Antrag für eine Nachforschungsgenehmigung vorgesehen. Diese Angaben sollten in irgendeiner Form in jedem Citizen-Science-Datensatz enthalten sein. Je nach Anwendung, z. B. beim Fund-Logbuch, bei dem nur bereits bekannte Sondengänger:innen mit NFG registriert sind, kann die Kontaktangabe auch anonymisiert und zentral verschlüsselt werden. Dennoch muss gerade für andere Anwendungen eine Kontaktangabe vorhanden sein, das Austauschformat muss in dieser Hinsicht auf alle denkbaren Anwendungsfälle ausgerichtet und anwendbar sein. Um eine Anonymisierung über IDs mit im System aufgelösten Kontaktdaten gewährleisten zu können, dürfen die Felder aber nicht Pflicht sein. Im Technischen Handbuch muss beschrieben werden, dass die Kontaktangabe an sich verpflichtend ist, die Umsetzungsart (z. B. anonymisiert mit einer zentralen Verschlüsselungsinstanz) muss je nach Anwendungsfall entwickelt werden.
Schließlich spielt auch der Datenschutz eine große Rolle und muss gewährleistet werden.
5.4 Kategorie: Technische Angaben zum Datensatz
Feld “Datenexport”
Das Feld Datenexport gibt den Zeitpunkt des Datenexports von der datenhaltenden Stelle an. Es ist als Pflichtfeld angelegt, da diese Angabe für ein Austauschformat grundlegend wichtig ist; auch z. B. um bei mehrfacher Datenabgabe Versionen zu unterscheiden.
6. Ausblick & Schreibgruppe
Die Datenmodelle für Kulturerbeobjekte und Citizen-Science-Objekte konnten vollständig besprochen werden, es gab am Ende der Sitzung keine weiteren Kommentare oder offenen Punkte mehr. Damit können die Modelle offiziell per E-Mail zur Kommentierung an alle Mitglieder verschickt und anschließend in der Schreibgruppe ausformuliert werden.
Eine Einladung zur Mitwirkung in der Schreibgruppe und Terminumfrage für ein erstes Treffen geht in den kommenden Tagen an alle Mitglieder des CCs. In der nächsten Sitzung des CCs am 10.12. werden wir uns mit dem Modell zu Maßnahmenobjekten beschäftigen.
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