12. Sitzung, 10.12.2025, 10:00-12:00 Uhr
Protokoll des NFDI4Objects Community Clusters “Denkmal-, Maßnahmen-, Schutzflächen / Protected Heritage Sites”
vom 10.12.2025, 10:00-12:00 Uhr
Chair: Christian Bollacher (LAD)
Teilnehmende: 11
Agenda
Begrüßung und Tagesordnung
Termine und Ankündigungen
Bericht aus dem ersten Treffen der Schreibgruppe am 09.12.
Datenmodell für Kulturerbeobjekte
Abschluss
1. Begrüßung und Tagesordnung
Christian Bollacher begrüßt die Anwesenden, eröffnet die Sitzung und stellt die Tagesordnung vor. Ulrich Himmelmann hat sich für diese Sitzung entschuldigt.
2. Termine und Ankündigungen
Das nächste Treffen des CCs findet am Dienstag, 13.01.2026, von 10-12 Uhr statt.
Kurzer Rückblick zur letzten Sitzung: In der vergangenen Sitzung haben wir erfolgreich die Datenmodelle zu Kulturerbeobjekten und zu Citizen-Science-Objekten abgeschlossen und zur Ausformulierung an die Schreibgruppe übergeben.
3. Bericht aus dem ersten Treffen der Schreibgruppe am 09.12.
Am 09.12. fand das erste Treffen der Schreibgruppe in kleiner, aber sehr konstruktiver Runde statt.
Die Schreibgruppe erarbeitet ein ausführliches Datenmodell und formuliert davon ausgehend ein Handbuch mit genaueren Informationen zu den einzelnen Datenfeldern wie z.B. eindeutige Definitionen, alternative Bezeichnungen, Verwendungshinweise, den Verpflichtungsgrad, den Feldwert bzw. Datentyp, die Wiederholbarkeit usw. Außerdem werden den Feldern Zugriffsberechtigungen zugewiesen. Wenn Fragen oder kritische Punkte aufkommen, werden diese an das CC zurückgespielt. Genauso wird das in der Schreibgruppe ausformulierte Datenmodell nach Abschluss noch einmal zur Kommentierung im CC vorgestellt. Ziel ist, spätestens im Sommer 2026 das Datenmodell für die Kulturerbeobjekte abgeschlossen zu haben.
Die Mitglieder der Gruppe sind aktiv am Schreibprozess beteiligt und treffen sich regelmäßig ca. alle 2-3 Wochen digital, um den Fortschritt zu besprechen. Auch asynchrones Arbeiten ist denkbar. Jede:r, die/der Interesse an der aktiven Mitarbeit hat, ist herzlich eingeladen.
Die nächste Sitzung findet am 12.01. von 13 bis 14 Uhr statt. Bis dahin arbeiten alle Mitglieder entsprechend ihren eigenen Kapazitäten asynchron an dem Datenmodell weiter. Teilweise wurden Aufgaben verteilt.
Interessierte können sich gerne im Mailverteiler eintragen: https://www.listserv.dfn.de/sympa/info/n4o_twg_standards_protected_heritage_sites
Die Arbeitsdateien der Schreibgruppe sind nicht frei zugänglich. Wer sich gerne beteiligen möchte, kann eine E-Mail an n4o_twg_standards_protected_heritage_sites@listserv.dfn.de schreiben.
Die Schreibgruppe sammelt Beispieldaten, um zu testen, ob die ausformulierten Datenfelder für alle möglichen Datenangaben passen (z.B. Datierungs- oder schriftliche Lokalisierungsangaben). Auch die Beispieldaten bitte an n4o_twg_standards_protected_heritage_sites@listserv.dfn.de
Wichtiger Hinweis: Die Zusammensetzung der Schreibgruppe ist nicht fest, Eintritte und Austritte sind jederzeit möglich.
4. Datenmodell für Maßnahmenobjekte
Definition
Die Definition für das Maßnahmenobjekt wird angepasst, da die bisherige Definition (Ein Datenobjekt, das einen geografisch verortbaren Punkt oder Bereich beschreibt, an dem
mindestens eine denkmalpflegerische, archäologische oder paläontologische Maßnahme
stattfindet oder stattgefunden hat) zukünftige bzw. geplante Maßnahmen nicht mit einschließt. Diese werden aber in mehreren Institutionen gleichwertig vorgehalten und können nicht ohne Weiteres gefiltert werden. Zudem ist auch die Information einer geplanten Maßnahme wichtig und forschungsrelevant. Außerdem fällt auf, dass die bisherige Definition so klingt, als würde nur die Geometrie eines Objekts beschrieben werden, nicht die weiterführenden Informationen. Aus diesen Gründen wird die Definition abgeändert in:
Ein geografisch verortbares Datenobjekt, an dem mindestens eine denkmalpflegerische, archäologische oder paläontologische Maßnahme geplant ist, stattfindet oder stattgefunden hat.
Modell
Einige Felder entsprechen bereits denen, die wir vom Kulturerbeobjekt kennen. Noch offene Felder sind:
Bezug zum Kulturerbeobjekt
Zeitliche Verortung: Beginn/Ende/Jahr
Ablageart der Dokumentation (analog/digital)
Vorangehende Maßnahmen
Durchführende Institution
Verbleibsobjekte
Translozierung
4.1 Kategorie: Identifikatoren
Feld: “Maßnahmenbezeichnung”
Das Feld ist als menschenlesbare Bezeichnung der Maßnahme in den Systemen der Datengeber vorgesehen. Die Bezeichnung muss nicht extra generiert werden, es kann eine Adresse, Maßnahmentyp, Nummer usw. sein (z.B. Grabung Max Mustermann 1967, Propektion Wallstraße 78).
Da nicht alle Institutionen eine solche Angabe haben, ist es ein optionales Feld.
4.2 Kategorie: Beschreibung
Feld: “KEO-Bezug”
Das Feld dient der Angabe, auf welche Kulturerbeobjekte sich die Maßnahme bezieht bzw. welche Kulturerbeobjekte (KEO) durch die Maßnahme tangiert werden. Es ist als optionale Angabe vorgesehen und muss wiederholbar sein, wenn eine Maßnahme mehrere KEOs betrifft (Anmerkung: mit der Wiederholbarkeit beschäftigt sich die Schreibgruppe noch ausführlich). Sinnvoll wäre eine Verlinkung auf KEO-Datenobjekte.
Dieses Feld können nicht alle Institutionen bedienen. Zudem besteht das Problem, dass sich gerade bei Maßnahmen in innerstädtischen Bereichen eine Vielzahl an betroffenen KEOs ergeben. Diese müssten dann entweder mit x verknüpften Feldern oder in einem KEO-Bezugsfeld durch Kommata getrennt angegeben werden. Eine Verknüpfung von Maßnahmen und Kulturerbeobjekten kann in vielen Fällen auch aus der geografischen Lage erschlossen werden, allerdings nicht immer.
Die Angabe des Bezugs ist aber grundlegend interessant. Das Feld soll daher als optionale Angabe bestehen bleiben. Den Institutionen steht frei, ob sie die Information liefern oder nicht. In Fällen, in denen keine Angabe gemacht wird oder gemacht werden kann, gibt die räumliche Lage einen Hinweis auf mögliche Zusammenhänge.
Zeitliche Verortung - Felder: “Beginn”, “Ende”, “Jahr”
Die drei Felder dienen der Angabe des Zeitraums einer Maßnahme. Beginn ist als Pflicht vorgesehen, Ende und Jahr optional. Die Jahresangabe entstand aus dem Sonderfall in Rheinland-Pfalz, wo das Jahr manchmal nicht mit dem Maßnahmenzeitraum übereinstimmt. Es wird noch geklärt, ob Rheinland-Pfalz dieses Feld zwingend braucht, da die meisten Institutionen keinen Bedarf daran haben.
Da oft nur ein Datum oder ungefährer Zeitraum bekannt sind, ist es sinnvoll, nur eine Angabe verpflichtend zu machen. Allerdings gibt es insbesondere bei den älteren Maßnahmen eine Vielzahl von Datensätzen komplett ohne Datumsangabe. Aus diesem Grund müssen alle Felder der zeitlichen Verortung optional sein, aber mit der starken Betonung im Whitepaper/Handbuch, dass die Angabe geliefert werden sollte, sofern sie vorhanden ist.
Um die Unschärfe bzw. ungenaue/unsichere Datumsangaben mitzuliefern, ist ein sinnvolles Datenformat zu wählen. In der Schreibgruppe wurden bereits mögliche Standards diskutiert, u.a. ein amerikanischer Standard, der sowohl vage Zeiträume als auch verschiedene Abstufungsgrade abbilden kann (Extended Date Format).
Problematisiert wird des Weiteren die Differenzierung, ob eine Maßnahme schon stattgefunden hat oder zukünftig geplant ist. In den institutionseigenen Fachinformationssystemen kann es mitunter länger dauern bis eine Maßnahme von “geplant” auf “abgeschlossen” eingetragen wird. Auch bei geplanten Maßnahmen können sich die Zeiträume noch ändern, wenn es zu Verzögerungen o.ä. kommt oder eine Maßnahme sogar abgesagt wird.
Auch zwischen älteren Maßnahmen mit unbekannter Datierung, zukünftigen Maßnahmen und solchen, die nicht stattgefunden haben, zu differenzieren, scheint schwierig. Hierzu ist ein ergänzendes Ergebnis-Feld überlegenswert, in dem Angaben wie “positives Ergebnis” (=Archäologie → Maßnahme durchgeführt), “Ergebnis ausstehend” (=geplante Maßnahme), “keine Maßnahme” (=Maßnahme nicht durchgeführt) und “negatives Ergebnis” (=keine Archäologie, aber Maßnahme durchgeführt) angegeben werden könnten. Überlegungen hierzu s.u. bei der Diskussion zu den Negativflächen.
Es wird zunächst festgehalten, dass die Zeitraumangabe kein Pflichtfeld, aber eine dringende Empfehlung (Angabe wenn vorhanden) sein soll. Das Feld “Jahr” wird in Rheinland-Pfalz noch einmal diskutiert und ggf. gestrichen.
Feld: “Vorangegangene Maßnahmen” → umbenannt in “Projektbezug”
Das Feld ist für die Angabe eines übergeordneten Bezugs gedacht, z.B. bei einer Serie von Grabungskampagnen am selben Fundort.
Projektbezüge sind verschiedentlich denkbar: Maßnahmen können sich auf das gleiche Kulturerbeobjekt beziehen, z.B. bei der Untersuchung einer Fundstelle mit verschiedenen Prospektionsmethoden (dieser Bezug wird schon durch den KEO-Bezug hergestellt). Maßnahmen können mit einem größeren Projekt oder Bauvorhaben in Verbindung stehen. Diese Angabe kann von Interesse sein, um auf den Rahmen, die Finanzierung etc. zu schließen. Es handelt sich somit vor allem um eine verwaltungstechnische Angabe, erlaubt aber auch Rückschlüsse gerade bei linearen Projekten zu z. B. Fundstellendichten. Neben einem Feld zum Projektbezug wird ein dazugehöriges Beschreibungsfeld diskutiert, in dem das Projekt bzw. die Art des Projekts beschrieben und ggf. verlinkt werden kann. Allerdings führen nicht alle Institutionen diese Information.
Es wird beschlossen, das Feld “Vorangegangene Maßnahmen” in “Projektbezug” umzubenennen. Das Feld ist als optionales Freitextfeld angelegt. Die Projektbezeichnung sollte kurz und eindeutig sein. Auf ein beschreibendes Feld wird verzichtet. Weiterführende Informationen könnten in der Maßnahmenbeschreibung untergebracht werden. Idealerweise könnten die Projektbezüge durch ein verknüpftes Vokabular angegeben werden, allerdings ist unwahrscheinlich, dass die datenhaltenden Institutionen über solche Vokabulare verfügen oder sie zur Verfügung stellen können.
Für die Angabe der Projektdurchführenden (Person und oder Institution) sind die Felder “Durchführende Institution” und “Durchführende Person” in der Kategorie “Verantwortlichkeit” vorgesehen.
4.2 Negativflächen
In der Vergangenheit wurde bereits in der Diskussion des KEO-Datenmodells überlegt, ob und wie Negativflächen angegeben werden sollten. Im Rahmen des KEO-Datenmodells wurde beschlossen, Negativflächen nicht als Kulturerbeobjekte auszugeben. Eine Aufnahme in die Maßnahmen oder als eigenen Flächentyp bzw. eigenes Austauschformat wurde andiskutiert, aber nicht weiter verfolgt.
Negativflächen sind sehr relevant und auch für den Datenaustausch interessant. Es ergeben sich verschiedene Schwierigkeiten: Negativflächen werden in den Institutionen an verschiedenen Stellen verortet und es existieren z.T. unterschiedliche Definitionen. Gesamtflächen können eigentlich nicht im Sinne der KEOs als Negativflächen gelten, da zum einen häufig lediglich Teilbereiche ein negatives Ergebnis aufweisen, und zum anderen Objekte, die in der Vergangenheit als nicht relevant erachtet wurden, später doch archäologisch interessant werden können (Bsp. Weltkriegsstrukturen oder jüngere Befunde).
Grundsätzlich muss angegeben werden, welche Prospektionsmethode zu einem negativen Ergebnis führte, da nur eine ausführliche Bodenuntersuchung (Grabung) ein tatsächliches Negativergebnis bis zum anstehenden Boden bringen kann.
Eine Anbindung an die Maßnahmen ist gut denkbar, da im selben Datensatz angegeben wird, durch welche Prospektionsmethode das Ergebnis erzielt wurde. Ein neues Feld “Ergebnis” (Name noch zu klären), in dem binär (oder mit Auswahlliste) angegeben werden kann, ob die Maßnahme Befunde erbracht hat oder nicht, wird vorgeschlagen. Einige Institutionen könnten das Feld aus ihren Systemen problemlos befüllen.
Das Thema der Negativflächen ist in einer der kommenden Sitzung noch einmal zu diskutieren, um eine für alle funktionierende Lösung zu finden.
5. Abschluss
In der nächsten Sitzung am 13.01.2026 beschäftigen wir uns weiter mit dem Maßnahmenobjekt.
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