13. Sitzung, 13.01.2026, 10:00-12:00 Uhr

Protokoll des NFDI4Objects Community Clusters “Denkmal-, Maßnahmen-, Schutzflächen / Protected Heritage Sites”

vom 13.01.2026, 10:00-12:00 Uhr

Chairs: Ulrich Himmelmann (GDKE), Christian Bollacher (LAD)

Teilnehmende: 16

Agenda

  1. Begrüßung und Rückblick

  2. Termine und Ankündigungen

  3. Bericht aus dem 2. Treffen der Schreibgruppe am 12.01.

  4. Datenmodell für Maßnahmenobjekte

  5. Abschluss

1. Begrüßung und Rückblick

Die Chairs begrüßen die Anwesenden und stellen die Tagesordnung vor. Es folgt ein kurzer Rückblick auf die vergangene Sitzung, in der das Datenmodell für die Maßnahmenobjekte begonnen wurde zu diskutieren, wobei die Felder der Kategorie “Beschreibung” im Fokus standen.

2. Termine und Ankündigungen

Die nächste Sitzung der CCs findet statt am 11.02.2026 von 10:00-12:00 Uhr.
Die Task Area 4 von NFDI4Objects hat seit Anfang des Jahres einen neuen Mitarbeiter: Dennis Jan ist als Geoinformatiker bei der GDKE angestellt und wird maßgeblich für die Entwicklung der Geodatendienste zuständig sein, die auf den in diesem CC diskutierten Datenmodellen beruhen. Außerdem wird über die anstehende Gründung eines neuen Community Clusters zum Thema Citizen Science informiert.

3. Bericht aus dem 2. Treffen der Schreibgruppe am 12.01.

Thema der Sitzung war die Modellierung von Geodaten. Die Spezifikation Simple Features Access (OGC) https://www.ogc.org/standards/sfa/, die eine allgemein gültige Architektur für geografische Daten und deren Geometrien definiert, wurde als Favorit definiert. Außerdem wurden drei Verpflichtungsgrade vorgeschlagen: muss, soll und kann. Eine zentrale Diskussionsfrage war, ob Punkt-, Linien- und Flächengeometrien zu einer gemeinsamen Geometrie zusammengefasst oder getrennt gehalten werden sollen. Dazu wurden folgende pro und contra Punkte festgehalten.

Zusammenfassung der Geometrien (pro):

  • Gemeinschaftliche Haltung der Geometrien ist konzeptionell einfacher

  • Vorteil für Datenmodellierung auch über GIS hinaus (z. B. Nutzung in Graphdatenbanken)

  • Einheitlicher Datenbestand kann den Austausch über verschiedene Plattformen hinweg erleichtern

  • WFS-Dienste können gemischte Geometrien verarbeiten (z. B. Import in QGIS ohne zusätzlichen Verarbeitungsschritt)

Zusammenfassung der Geometrien (contra):

  • Erschwert die Weiterverarbeitung in klassischen GIS-Systemen

  • Die Visualisierung kann problematisch sein (z. B. Punktdarstellung für lineare Objekte wie Römerstraßen)

  • Gefahr von Datenredundanz, wenn Objekte mehrere Geometrien besitzen (z. B. Punkt und Fläche)

  • Mehrere Datenbestände (Punkt, Linie, Fläche) würden Updates komplexer machen

Trennung der Geometrien (pro):

  • Bessere Nutzbarkeit in GIS-Anwendungen

  • Bei vielen Institutionen gängige Praxis

  • Jedes Objekt kann klar definierte Geometrietypen haben (z. B. obligatorischer Punkt, optionale Fläche/Linie)

  • Mehr Nutzer:innen können die Daten direkt verwenden

Zielperspektive der im CC entwickelten Standards sind nicht ausschließlich gemeinsame WFS-Dienste. Die Standards sollen vielmehr für ganz verschiedene Austauschformen (APIs, Plattformen, Dienste) geeignet und verwendbar sein.

Ergebnis: Die Schreibgruppe wird weitere pro- und contra Punkte sammeln und gegenüberstellen, außerdem eruieren, welches Modell den geringsten Aufwand für die Nutzenden verursacht. Letztlich soll ein Ansatz gewählt werden, der für möglichst viele Anwendungsfälle funktioniert.

Folgetreffen und Kontakt: Die Schreibgruppe trifft sich wieder am 09.02. von 13–14 Uhr.
Mailingliste: n4o_twg_standards_protected_heritage_sites@listserv.dfn.de4o
Alle Interessierten sind eingeladen sich zu beteiligen!

4. Datenmodell für Maßnahmenobjekte

Definition: Ein geografisch verortbares Datenobjekt, an dem mindestens eine denkmalpflegerische, archäologische oder paläontologische Maßnahme geplant ist, stattfindet oder stattgefunden hat.

Kategorie Beschreibung

Feld “Ablageart der Dokumentation” ⇒ “Digitalisiert”

Dieses Feld zur Angabe der vorliegenden Art der Dokumentation (digital/analog/beides/teils-teils) geht zurück auf einen Wunsch aus der Antragsphase von NFDI4Objects. Es soll insbesondere für Forschende dazu dienen, auf Anhieb sehen zu können, welche Dokumentationen in den jeweiligen Fachämtern vorliegen und in welcher Form.

Für bestimmte Anwendungen wäre ein solches Feld nützlich, aus dem hervorgeht, ob die Dokumentation digital oder analog vorliegt. Es muss allerdings optional sein, da Daten dazu ggf. gar nicht von allen geliefert werden können. Anstelle von Ablageort der Dokumentation wird das Feld in “Digitalisiert” umbenannt. In der Beschreibung zu diesem Feld muss festgehalten werden, was als digitalisiert erachtet wird, also ab wann hier ein “Ja” eingetragen werden kann. Es soll folgende Antwortmöglichkeiten geben: Ja/Nein/Teils/Unbekannt. Das Feld kann freilassen werden, da es sich nicht um eine verpflichtende Angabe handelt.

Feld “Verbleibsobjekt” ⇒ “Fund”

Nicht von allen Anwesenden wird ein solches Feld als notwendig erachtet, manche können es voraussichtlich auch nicht bedienen. Einen Ort anzugeben, wo sich ein Objekt befindet, wird als schwierig identifiziert, da Objekte im Rahmen von Leihgaben, zu Restaurierungszwecken etc. nicht immer am selben Ort verbleiben. Es ist daher sinnvoller, hier die Zuständigkeit anzugeben, wo diese Informationen eingeholt werden können. Dafür wird in der Kategorie “Verantwortlichkeit” ein Feld “Ansprechpartner für Funde” hinzugefügt. In der Kategorie “Beschreibung” wird das Feld “Verbleibsobjekt” in “Fund” umbenannt, da diese Information die eigentlich relevante ist. Es ist kein Pflichtfeld, kann mit Ja/Nein/Unbekannt beantwortet oder auch freigelassen werden. In der Beschreibung zu diesem Feld sollte mit definiert werden, was man für den Fall auswählt, wenn Funde vorhanden waren, aber nicht mehr existieren.

Feld “Negativflächen” ⇒ ohne Endergebnis

Negativfläche bedeutet, dass hier nachweislich nichts mehr an Archäologie vorhanden ist. Dass eine Maßnahme befundfrei ist, bedeutet aber nicht automatisch, dass es sich um eine Negativfläche handelt. Es scheint daher sinnvoll, gezielt abzufragen, ob archäologische Strukturen festgestellt wurden (Ja / Nein / Unbekannt). Die Information zu Negativflächen mitzudenken wäre aber überdies ebenfalls sinnvoll, ggf. über ein eigenes Feld (Negativfläche: Ja/Nein).

In keinem Fall sollte die Information über Negativflächen dazu führen, dass die Denkmalpflege bei Planungen nicht mehr beteiligt wird. Der Standard kann lediglich Hinweise liefern, ersetzt aber keine fachliche Prüfung.

Die hier entwickelten Standards sind für keine Institution verpflichtend, sollen unterschiedliche Nutzungsperspektiven ermöglichen und können für ganz unterschiedliche Zwecke genutzt werden (z.B. auch für eigene Projekte). Die Standards können entsprechend der jeweiligen Bedürfnisse angepasst, also bis auf die Pflichtfelder auch erweitert oder reduziert werden.

Eine sinnvolle Auswertung ergibt sich aus der Kombination von Maßnahmentyp und Befundfreiheit. Über den Maßnahmentyp (z.B. Bodenradar oder Grabung) ist ersichtlich, welche Art von Maßnahme befundfrei ist.

Eine andere Möglichkeit wäre zu definieren, welche Maßnahme erfolgt sein muss, um eine “Negativfläche” als solche zu definieren. Die Anwesenden sind sich einig, dass „Oberboden abgezogen“ als Qualitätsstandard dafür angebracht wäre.

Ziel sollte sein, das abzubilden, was bei den Datenhaltenden realistisch verfügbar ist. Eine Entscheidung über den Umgang mit Negativbefunden wird daher auf die nächste Sitzung verschoben.

Feld “Translozierung” ⇒ löschen

Die Angabe, ob es sich bei dem Objekt um ein transloziertes Objekt handelt, ist hier nicht der richtige Ort. Diese Information sollte als Möglichkeit des Typs der Maßnahme anzugeben sein. Im Datenmodell für Kulturerbeobjekte ist diese Information unter Verbleib hinterlegbar. Außerdem ist es sinnvoll im Fall von translozierten Objekten zwei Kulturerbeobjekte anzulegen, diese doppelte Abbildung ist u.a. wichtig als Unterscheidung zwischen Originalen und Kopien, die z.B. am ursprünglichen Standort installiert werden.

Feld “Gebietseinheit”

Da die Frage, wie eine Adresse bestmöglich festgehalten werden kann, für alle Datenmodelle zu klären ist, soll die Schreibgruppe einen Vorschlag erarbeiten.

Kategorie Verantwortlichkeiten

Die Anwesenden einigen sich auf folgende Felder in dieser Kategorie:

1. Datenhaltende Institution
2. Betreuende Institution/Person
3. Durchführende Institution/Person

Eine Unterscheidung zwischen datenhaltender und durchführender Institution ist wichtig, da es sich bei den durchführenden Institutionen häufig um Grabungsfirmen handelt. Da es durchaus von Interesse sein kann, wer diese Firmen sind, kann die Information bei entsprechender Genehmigung durch selbige, genannt werden. Gleiches gilt für die durchführende Person. Erfahrungsgemäß haben Ehrenamtliche häufig ein Interesse daran, genannt zu werden.

Auch eine Unterscheidung zwischen datenhaltender und datenbetreuender Institution ist möglich zu machen, da es sich dabei auch um unterschiedliche zuständige Stellen handeln kann. In 2 und 3 können beide Informationen hinterlegt werden, ggf. werden diese Felder aber auch noch einmal aufgeteilt in Institution und Person. Darüber wird in der Schreibgruppe weiter beraten.

TOPs für die nächste Sitzung und Abschluss

Bis zur kommenden Sitzung im Februar sind alle Mitglieder des CCs aufgefordert, sich das Datenmodell zu Maßnahmenobjekten noch einmal in Ruhe anzusehen und ggf. mit den Datensätzen im eigenen Haus abzugleichen. Als Basis für die Schreibgruppe wäre außerdem eine Sammlung an gängigen Maßnahme-Typen sinnvoll, die in den jeweiligen Fachämtern genutzt werden.

In der Sitzung wird der Umgang mit Negativflächen abschließend besprochen und eine Entscheidung getroffen. Anschließend wird das Datenmodell zu Maßnahmenobjekten per Mailverteiler an das gesamte CC mit der Bitte um Kommentierung verschickt, bevor es schließlich an die Schreibgruppe zur Ausformulierung geht.

Im Anschluss an das Maßnahmenmodell wird das Thema Schutzflächen zu diskutieren sein. Darüber hinaus sind ein oder mehrere Sitzungen zu den Zugriffsrechten geplant. Außerdem werden die von der Schreibgruppe ausformulierten Datenmodelle noch einmal vorgestellt, müssen durch das CC beschlossen und zur finalen Kommentierung freigeben werden.
Für den nächsten Schritt im Arbeitsprogramm der TA4 von NFDI4Objects ist nachfolgend zu diskutieren, wie die in den Fachinformationssystemen verwendeten Begriffe miteinander in Beziehung stehen und aufeinander gemappt werden können.

QR Code

Offizielles Logo von NFDI4Objects

13. Sitzung, 13.01.2026, 10:00-12:00 Uhr

QR Code

0 Kommentare

Kommentare werden geladen ...