15. Sitzung, 12.03.2026, 10:00-12:00 Uhr

Protokoll des NFDI4Objects Community Clusters “Denkmal-, Maßnahmen-, Schutzflächen / Protected Heritage Sites”

vom 12.03.2026, 10:00-12:00 Uhr

Chair: Ulrich Himmelmann (GDKE)

Teilnehmende: 10

Agenda

  1. Termine und Ankündigungen

  2. Fragen und Anregungen

  3. Bericht der Schreibgruppe

  4. Datenmodell für Maßnahmenobjekte

  5. Datenmodell für Schutzobjekte

1. Termine und Ankündigungen

Die nächste Sitzung des CCs findet statt am Dienstag, 28.4., 9.00 bis 11.00 Uhr.

2. Fragen und Anregungen

Per E-Mail eingegangene Anregungen zum Rechtsstatus im Datenmodell für Schutzflächenobjekte werden in TOP 5 vorgestellt und diskutiert.

3. Bericht der Schreibgruppe

Seit der letzten Sitzung des CCs fanden zwei Treffen der Schreibgruppe statt am 23.2.2026 und 09.03.2026.

Ergebnisse

  • Persistente Identifikatoren: Wir müssen von dem ursprünglichen Plan, den Objekten in allen Datenmodellen eine „NFDI-ID“ zu vergeben Abstand nehmen, da diese IDs höchstwahrscheinlich nicht rechtzeitig kommen. Stattdessen werden wir generelle Richtlinien für Persistente Identifikatoren wie Einzigartigkeit, Persistenz etc. festlegen und es den Datenhaltenden selbst überlassen, wie sie diese einhalten.

  • Umgang mit Datensätzen ohne Geometrien: Wahrscheinlich können Datensätzen ohne Geometrien nicht über WFS-Dienste abgebildet werden. Die Schreibgruppe prüft dies noch abschließend, es wird aber wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass eine Geometrie immer mitgeliefert werden muss, um den Standard zu erfüllen.

  • Epochendatierung: Wenn aus einer Epochendatierung eine absolute Datierung abgeleitet wurde, muss das gekennzeichnet werden, damit klar ist, dass es sich dabei um einen Näherungswert handelt.

  • Datumsformat: Das EDTF (Extended Date/Time Format) ist in das internationale Datumsformat ISO 8601 übergegangen und entspricht ISO 8601-2:2019. Diese Norm soll als dringende Empfehlung im Standard hinterlegt werden. Wesentliche Kategorien aus dem Datumsformat werden im Whitepaper zitiert, sodass nicht zwingend die sehr umfangreiche Originalpublikation gelesen werden muss.

  • Umgang mit Mehrfachnennungen: Um Mehrfachnennungen innerhalb eines Feldes möglichst flach zu halten und auch im GIS abbildbar zu machen, sollen diese durch Kommata getrennt gehalten werden (z.B. Link zu anderen Informationen).

Diskussion

Diskutiert wird, inwiefern ein standardisiertes Datumsformat wie EDTF oder ISO überhaupt notwendig ist. In der Praxis werden Tages- und Monatsangaben beinahe nie erfasst. Verpflichtet man zu diesem Format, müssten die Institutionen in ihren jeweiligen Systemen Datenstrukturen schaffen, die diese Formate bedienen bzw. lesen können. In der eigenen internen Struktur muss das allerdings nicht so ankommen, wie es ausgespielt wird. Man kann jeweils selbst entscheiden, wie genau man die Daten im Hinblick auf das Datumsformat empfängt, kann sich z.B. auch nur die Jahre ziehen. Aktuell besteht das Problem, dass die Angaben sehr heterogen sind (z.B. bekommt man nur Angaben wie “im 19. Jahrhundert”), mit der ISO-Norm wären aus solchen Angaben alle maschinenlesbar. Außerdem könnten mit diesem Standard auch sehr viel genauere Datierungen eingetragen werden, als das in Freitextform möglich ist. Ziel ist es, von der Uneinheitlichkeit der Daten wegzukommen und dafür ist ein System notwendig. Ein neues System bedeutet aber natürlich immer, dass die eigenen internen Systeme angepasst werden müssen.

⇒ Das vorgesehene Datumsformat (nach EDTF bzw. ISO) wird in der nächsten CC-Sitzung am 28. April vorgestellt und einer kritischen Prüfung unterzogen. Insbesondere müssen dabei die Fragen berücksichtigt werden “Was kann ich damit erfassen und wie kann ich das recherchieren”.

An dieser Stelle ist es wichtig, noch einmal zu betonen, dass in der Schreibgruppe keine Beschlüsse gefasst werden. Hier wird lediglich recherchiert und es werden Vorschläge unterbreitet.

Wer sich beteiligen möchte, ist jederzeit herzlich eingeladen. Die Schreibgruppe trifft sich das nächste Mal am 23.03. von 13-14 Uhr.

4. Datenmodell für Maßnahmenobjekte

Das Thema der Negativflächen wird noch einmal angesprochen. Uli Himmelmann plädiert dafür, neben einem Feld “Befund ja/nein” ein weiteres Feld anzubieten, über das die Tiefe angegeben werden kann, bis zu der eine sichere Befundfreiheit bestätigt ist. In Rheinland-Pfalz, aber auch in vielen anderen Bundesländern (u.a. Sachsen und Brandenburg), sind Anwendungsfälle, die diese Informationen verlangen, an der Tagesordnung. Genannt werden vor allem stadtplanerische Vorhaben, wie kommunale Wärmeleitplanungen oder die Verdichtung innerörtlicher Flächen. Die Möglichkeit, Informationen über die Befundfreiheit bestimmter Flächen bis zu einer bestimmten Tiefe (die z.B. durch eine Grabung, den dokumentierten Bau einer Tiefgarage etc. bestätigt ist) auszugeben, würde Planern einen groben Voreinblick geben, aber natürlich keine Genehmigungsverfahren aushebeln.
Bezüglich der Angabe der Tiefe wird festgehalten, dass hier immer ein für die Archäologie ungefährlicher Wert anzugeben ist. Im Falle eines konkreten Bauvorhabens muss dann noch einmal genauer hingeschaut werden. Relative Werte haben sich dabei nicht bewährt, da sich das Gelände verändern kann. Daher muss man sich hier auf ein klares Bezugsystem wie Normalhöhennull (NHN) verständigen und relative Werte müssten entsprechend umgerechnet werden.

⇒ Ein neues optionales Feld “Befundfrei bis” wird provisorisch in das Datenmodell aufgenommen, in der nächsten Sitzung noch einmal vorgestellt und abgestimmt.

5. Datenmodell für Schutzobjekte


Kategorie „Identifikatoren“

Feld „Name“

Das Feld „Name“ sollte nicht als Pflichtfeld geführt werden. Namen erlauben mitunter Rückschlüsse auf die Fläche. Aus diesem Grund werden sie z.B. bei der Abgabe an Planer nicht immer mitgegeben. So soll ausgeschlossen werden, dass diese selbst Einschätzungen über die Wertigkeit von Flächen vornehmen.

Kategorie “Rechtsstatus”

Die bisherige Liste an Feldern in dieser Kategorie ist sehr umfangreich. Es herrscht Einigkeit darüber, hier wirklich nur das aufzunehmen, was wirklich benötigt wird und sinnvoll ist.

Feld „Flächenart“

Dieses Feld soll als Freitextfeld abgefragt werden, sodass die jeweiligen Bezeichnungen in den Einrichtungen selbst übernommen werden können. Auch mit diesem Feld könnte die gesetzliche Grundlage zusammengenommen werden. Die Entscheidung wird auf die nächste Sitzung vertagt.

Feld “Rechtsfolgen“

Der Austausch von Schutzgebieten zwischen Landesämtern ist eher selten. Aber viele andere Behörden im eigenen Bundesland (z. B. Katasterbehörden, Forstbehörden) haben daran Interesse: Auf Bundesebene kommen Anfragen z. B. von der Bundesnetzagentur. Die brauchen neben der Information, wo sich Schutzflächen in den jeweiligen Ländern befinden, auch die Information, welche Rechtsfolgen damit verbunden sind. Die Rechtfolgen sind in den jeweiligen Landesdenkmalgesetzen geregelt, ergeben sich also aus den Gesetzestexten. Ein Verweis auf eine URL, die zu dem entsprechenden Paragraphen führt, ist keine Lösung, da sich bei den kleinesten Änderungen der Gesetzestexte auch die URLs ändern. Das Problem ist außerdem, dass ein Player wie die Bundesnetzagentur nicht bereit ist, die Gesetzestexte aller Länder zu studieren. Aus diesem Grund erhielten die Länder zuletzt die Rückmeldung, dass nur die UNESCO-Welterbestätten Berücksichtigung bei der bundesweiten Planung finden werden. Ein Feld, über das die Rechtsfolge (z.B. “Genehmigungsvorbehalt der Denkmalpflegebehörden”) mittransportiert werden kann, wäre – vor allem im Hinblick auf bundesweite Planungen – daher absolut sinnvoll. Es geht darum zu definieren, was es z. B. in RLP bedeutet, wenn eine Fläche als “Grabungsschutzgebiet” ausgewiesen ist. Die Idee ist es, die Rechtsfolgen der jeweiligen Länder miteinander zu mappen. Dabei soll nur die grundlegende Information übermittelt und gemappt werden. Das könnte als Angebot vorbereitet werden für alle Denkmalfachämter, die daran Interesse haben. Das Mappen würde dann auch einen aktiven Prozess seitens der einzelnen Institutionen erfordern. Der Standard wäre aber auch ohne die Bedienung dieses Feldes nutzbar. Das Feld sollte über einen Thesaurus abgefragt werden. Ein Freitextfeld mit ausformulierten Handlungsanweisungen würde hier zu weit führen. Zur Veranschaulichung sollte ein Beispiel mit in das ausformulierte Datenmodell aufgenommen werden. Das Feld “Rechtsfolgen” soll in der kommenden Sitzung weiter diskutiert werden. Wenn es an die Ausformulierung geht, erscheint es außerdem sinnvoll Juristen der Denkmalfachbehörden hinzuzuziehen.

Felder „Gesetzliche Grundlage“ und „Aktenzeichen“

Diese beiden Felder ließen sich auch in einem Feld zusammenfassen. Ob sie getrennt gehalten oder zusammengefasst werden, wird in der nächsten Sitzung noch einmal vorgeschlagen und abgestimmt.

Das Feld „gesetzliche Grundlage“ mit einem Thesaurus abzufragen, wird als weniger praktikabel erachtet. In Form eines Freitextfeldes könnte es besser bedient werden. Der Mehrwert eines Thesaurus wäre die bundesweite Kompatibilität. Die ursprüngliche Idee war, aus dem Thesaurus heraus die Rechtsfolgen abzuleiten.

Im Fall von Änderungen des Denkmalschutzgesetzes kann dies unter „gesetzliche Grundlage“ festgehalten werden. In der Feldkategorie „Verantwortlichkeit“ muss außerdem die zuständige Fachbehörde angegeben werden. Es ist somit immer ein Ansprechpartner hinterlegt.

Feld „Begründung für Schutzgebiet“ = gelöscht

Die Angabe einer Begründung wird im Austauschformat nicht benötigt. Es ist außerdem fraglich, ob diese Informationen überhaupt rausgegeben werden dürfen.

Feld “Rechtsstatus der Fläche” = gelöscht

In den vorab per E-Mail eingegangenen Anmerkungen zum Rechtsstatus wird die Frage aufgeworfen, inwiefern es sinnvoll ist, den Verfahrensstand mitzuführen. Die einzelnen Stadien (beantragt/angenommen/aufgelöst) werden zum einen gar nicht in allen Bundesländern vorgehalten. Zum anderen sollen mittels dieses Formats nur Flächen ausgetauscht werden, die rechtsgültig sind. Die Mitführung des Verfahrenstands erscheint daher nicht notwendig. Das Feld wird verworfen.

Feld “Statusdauer” = gelöscht

Eine separat vorgehaltene Statusdauer wird als unnötig erachtet. Da die Daten (zumindest im Hinblick auf den WFS-Geodatendienst) tagesaktuell vorliegen, stellen sie grundsätzlich einen Ist-Zustand dar. Sollte ein temporäres Schutzgebiet ab einem Tag X nicht mehr existieren, wird es entsprechend ab dann einfach nicht mehr auftauchen. Ehemalige Schutzgebiete werden nicht aufgeführt.

Feld „Besteht seit“ = hinzugefügt

Seit wann der Schutzstatus besteht, ist eine wichtige Information und sollte mitgeführt werden. Im ausformulierten Datenmodell soll zu diesem Feld mit angegeben werden, dass hier das erste Datum der Unterschutzstellung einzutragen ist.

Zusammenfassung

Die Kategorie „Rechtsstaus“ beinhaltet demnach nun folgende Felder:

  • Flächenart (Pflicht), Freitext

  • Rechtsfolgen, Thesaurus

  • Gesetzliche Grundlage (Pflicht), Freitext

  • Aktenzeichen/RVO, Freitext

  • Besteht seit, Datumsformat

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15. Sitzung, 12.03.2026, 10:00-12:00 Uhr

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